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Werkbrett Orthopädie-Schuhtechnik
Die Geschichte

Es fing damit an, dass jemand einen Schuh nicht finden konnte.

Werkbrett ist nicht als Produkt geplant worden. Es entstand in einer Orthopädie-Schuhmacherei mit zehn Mitarbeitern, aus einem Problem, das dort jeden Tag Zeit gekostet hat. Diese Seite erzählt, wie es dazu kam, wie wir vorgegangen sind und was wir bewusst nicht gebaut haben.

Januar 2026

Das Problem war nicht die Fertigung, sondern die Auskunft

Ein Maßschuh braucht rund zehn Wochen. Er läuft durch Leistenbau, Zwischenprobe, Schaftbau, Bodenbau und Bettungsbau. Zwischen den Abteilungen liegt er im Regal, und jede Abteilung weiß: was in meinem Regal liegt, ist für mich. Das funktioniert in der Werkstatt gut.

Es funktioniert nur nicht, wenn vorne jemand anruft. Dann ging jemand durch den Betrieb und fragte sich durch. Im Extremfall eine halbe Stunde, teilweise zwei oder drei Leute gleichzeitig. Nicht weil jemand schlecht gearbeitet hätte, sondern weil das Wissen im Kopf und im Regal lag, nicht auf Papier.

Das erklärte Ziel des Betriebs war ein einziger Satz: keiner sucht mehr.

Warum nichts passte

Die vorhandene Software deckt eine andere Strecke ab

Der Betrieb arbeitet mit einer etablierten Branchensoftware. Die kann Kasse, Warenwirtschaft, Kostenvoranschläge und Abrechnung mit den Kassen, und sie kann das gut. Sie dokumentiert die Genehmigung und die Auslieferung.

Was dazwischen passiert, also die zehn Wochen Fertigung, deckt sie nicht ab. Ein Plantool gab es, aber es wurde als veraltet und unbrauchbar beschrieben. Also blieb es beim Regalsystem, und ein Laufzettel entstand erst, wenn alles fertig war, für die Terminvereinbarung.

Vorgehen

Erst zuhören, dann bauen

Wir haben nicht mit einem Entwurf angefangen, sondern mit Fragen. Wie wird heute übergeben. Wie erfährt die nächste Abteilung, dass sie dran ist. Wie lange dauert welcher Schritt normalerweise, und wie lange bei einem Eilauftrag. Woran erkennt man einen Kunden eindeutig.

Die Antworten wurden zur Software. Die Stationen sind die echten Stationen, die Plandauern die echten Dauern, und die Identifikation läuft über Name und Geburtsdatum, weil es der Betrieb so macht. Nichts davon haben wir uns ausgedacht.

Entscheidungen

Was wir bewusst nicht gebaut haben

Ein Kundenportal, in dem Patienten selbst nachsehen können. Automatische Nachrichten bei jedem Fortschritt. Eine Online-Terminbuchung. Alles drei war technisch naheliegend, alles drei hat der Betrieb abgelehnt, und zwar mit guten Gründen: niemand hätte die Pflege übernehmen können, und ungeduldige Rückfragen wären mehr geworden statt weniger.

Inzwischen bauen wir eine Nachricht „ist abholbereit“ trotzdem, aber als Schalter, den jeder Betrieb für sich umlegt. Im Pilotbetrieb bleibt er aus. Der Einwand von damals galt einem Portal mit Konten und laufendem Pflegeaufwand, nicht einer einzelnen Nachricht auf ausdrücklichen Wunsch des Trägers. Was ein Betrieb braucht, entscheidet der Betrieb, nicht wir für alle.

Das ist uns wichtig genug, um es hier zu erwähnen. Software, die alles kann, hilft einem Handwerksbetrieb selten. Software, die genau die eine Lücke schließt, schon.

Seit Anfang 2026

Im Einsatz, und dann Runde für Runde besser

Das System läuft seit Anfang 2026 im täglichen Betrieb, inzwischen mit über 126 erfassten Versorgungen. Wichtiger als der Start war, was danach kam: mehrere Runden Rückmeldung aus dem Betrieb, jede einzelne aufgeschrieben, bewertet und umgesetzt.

Daraus kamen Dinge, auf die man am Schreibtisch nicht kommt. Dass die Gesamtzahl das Archiv nicht mitzählen darf. Dass man sehen muss, wer schon kontaktiert wurde, ohne jeden Auftrag einzeln zu öffnen. Dass Stationen übersprungen werden müssen, weil ein Bestandskunde keine Zwischenprobe braucht. Dass es eine Auswahl für extern gefertigte Teile geben muss.

Heute

Warum daraus ein Produkt wird

Weil andere Betriebe dasselbe Problem haben. Der Ablauf ist überall ähnlich: ein Werkstück läuft durch mehrere Stationen, vorne fragt jemand nach dem Stand, und am Jahresende will jemand sehen, dass alles geregelt abgelaufen ist.

Werkbrett ist heute so gebaut, dass die Stationen frei einstellbar sind. Ihr Betrieb bekommt Ihre Reihenfolge, Ihre Bezeichnungen, Ihre Dauern. Was bleibt, ist das Prinzip: sichtbar machen, was zwischen Auftrag und Auslieferung passiert.

Nächster Schritt

Erzählen Sie uns Ihren Ablauf.

Wir hören zuerst zu, so wie in Magdeburg. Dreißig Minuten, und danach wissen Sie, ob es zu Ihrem Betrieb passt.